Eltern- & Familien-Checklisten
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Beweise & Meldung
Profil-Link sichern
Eltern Wenn möglich Profil-URL, Nutzername, ID und Plattform notieren.
Datum und Uhrzeit notieren
Eltern Screenshots allein reichen manchmal nicht. Kontext, Datum, Uhrzeit und Plattform ergänzen.
Drohungen separat markieren
Eltern Drohungen, Erpressung, Treffpunkt, Geldforderung oder Bildforderung besonders sichern.
Keine illegalen Inhalte verbreiten
Alle Belastende Inhalte nicht an Freunde, Gruppen oder Social Media senden.
Plattformmeldung dokumentieren
Eltern Nach Meldung Bestätigung, Vorgangsnummer oder Screenshot der Meldung speichern.
Onlinewache prüfen
Eltern Für Anzeigen die Onlinewache des eigenen Bundeslandes oder Polizeidienststelle nutzen.
Beschwerdestelle nutzen
Eltern / Jugendliche Illegale oder jugendgefährdende Inhalte können auch an Beschwerdestellen gemeldet werden.
Nicht selbst ködern
Alle Keine Gegenaktionen, keine Fake-Profile, keine Verabredungen zur Täterjagd.
Kind nicht verhören
Eltern Nur nötige Fragen stellen. Details können später mit Fachleuten geklärt werden.
Sichere Ablage
Eltern Beweise geschützt speichern, nicht in offenen Cloud-Ordnern oder Gruppen.
Nachsorge
Scham aktiv abbauen
Eltern Mehrfach sagen: „Du hast Hilfe verdient, egal was passiert ist.“
Schlaf und Alltag stabilisieren
Familie Nach Stressfällen sind Schlaf, Essen, Schule und Ruhe wichtig.
Weitere Kontaktwege schließen
Eltern / Jugendliche E-Mail, Telefonnummer, Zweitprofile, Gaming-Accounts und Freundeslisten prüfen.
Vertrauensperson in Schule nennen
Schule Eine konkrete Person festlegen, zu der das Kind gehen kann.
Trigger im Blick behalten
Eltern Bestimmte Töne, Apps oder Nachrichten können Angst auslösen. Gemeinsam Schutz einstellen.
Beratung anbieten
Eltern Wenn Angst, Schuldgefühl oder Schlafprobleme bleiben, professionelle Beratung nutzen.
Regeln nicht als Strafe verschärfen
Eltern Sicherheit erhöhen, aber nicht alles wegnehmen. Sonst melden Kinder sich beim nächsten Mal später.
Erfolg sichtbar machen
Familie Würdigen: Das Kind hat sich Hilfe geholt oder einen Schritt Richtung Sicherheit gemacht.
Plattformen & Apps
TikTok-DMs prüfen
TikTok Nachrichten, Kommentare, Erwähnungen und Sichtbarkeit regelmäßig einstellen.
Instagram-Nachrichtenanfragen prüfen
Instagram Nachrichtenanfragen, Story-Antworten und Markierungen im Blick behalten.
Snap Map auswerten
Snapchat Standortfreigabe deaktivieren oder nur sehr begrenzt nutzen.
Discord-Server prüfen
Discord Serverliste, Rollen, DMs von Servermitgliedern und Einladungslinks kontrollieren.
WhatsApp-Gruppen schützen
WhatsApp Gruppeneinladungen beschränken, unbekannte Nummern prüfen, Klassenchat-Regeln vereinbaren.
YouTube-Kommentare beobachten
YouTube Bei Kindern/Jugendlichen Kommentare, Community-Beiträge und Kontaktmöglichkeiten begrenzen.
Roblox-/Gaming-Chat einstellen
Gaming Chat, Freundschaftsanfragen, private Server und Kaufoptionen altersgerecht einstellen.
Livestream-Kommentare moderieren
Live Bei Lives klare Moderation, Filterbegriffe und Blockierregeln vorbereiten.
Cloud-Fotos schützen
Familie Geteilte Alben, automatische Backups und Familienfreigaben überprüfen.
Neue Apps gemeinsam anschauen
Familie Vor Installation kurz prüfen: Wer kann schreiben? Welche Daten sammelt die App? Gibt es Meldefunktionen?
Privatsphäre
Profile auf privat stellen
10–17 Jahre TikTok, Instagram, Snapchat und andere Profile regelmäßig auf privat stellen, wenn Kinder sichtbar sind.
Follower-Liste prüfen
10–17 Jahre Unbekannte Erwachsene, leere Profile oder mehrfach auffällige Accounts entfernen.
Direktnachrichten begrenzen
10–17 Jahre DMs nur von Freunden/Kontakten erlauben, nicht von allen.
Standortdienste kontrollieren
Alle Live-Standort, Snap Map, Standort-Tags und Metadaten bewusst ausschalten oder einschränken.
Keine Schule im Profil
Alle Schule, Verein, Ort, Klasse, Haltestelle und feste Routinen gehören nicht in öffentliche Profile.
Profilbild prüfen
Alle Keine Bilder verwenden, die Schuluniform, Hausnummer, Straße oder Zimmerdetails zeigen.
Kommentare filtern
10–17 Jahre Beleidigungen, unangenehme Begriffe und Kommentare von Fremden einschränken.
Markierungen prüfen
10–17 Jahre Einstellungen so setzen, dass Markierungen und Erwähnungen erst bestätigt werden müssen.
Kontakt-Synchronisierung aus
Eltern / Jugendliche Nicht jede App muss Telefonkontakte hochladen. Berechtigungen regelmäßig kontrollieren.
App-Berechtigungen prüfen
Alle Kamera, Mikrofon, Kontakte, Standort und Fotos nur erlauben, wenn es wirklich nötig ist.
Zwei-Faktor-Schutz aktivieren
Alle Besonders bei Instagram, TikTok, E-Mail und Gaming-Konten 2FA aktivieren.
Nicknames ohne Klarnamen
Kinder / Jugendliche Benutzernamen sollten keine vollständigen Namen, Geburtstage, Schulen oder Wohnorte enthalten.
Schule & Klassenchat
Klassenchat-Regeln formulieren
Schule Keine Fremden, keine privaten Bilder, keine Gewaltinhalte, keine Bloßstellung, klare Meldewege.
Adminrechte begrenzen
Schule Nur bekannte Personen verwalten Gruppen. Einladungslinks nicht öffentlich teilen.
Eltern nicht gegeneinander ausspielen
Eltern Bei Vorfällen sachlich bleiben: Schutz, Beweise, Schule, Plattform, ggf. Polizei.
Keine Weiterleitung belastender Inhalte
Alle Belastende oder strafbare Inhalte nicht weiterleiten. Erwachsene/Fachstellen einbeziehen.
Mobbing früh ansprechen
Schule Spott, Memes, Ausschluss und Screenshots können schnell eskalieren.
Schulsozialarbeit einbeziehen
Schule Bei wiederholtem Druck, Mobbing oder Bildweitergabe professionelle Unterstützung holen.
Handyfreie Schutzräume schaffen
Schule Kinder brauchen Orte, an denen sie nicht permanent erreichbar sein müssen.
Elternabend Medienkompetenz
Schule Regelmäßig kurze, praktische Elternabende zu Klassenchat, Bildern, Privatsphäre und Melden.
Sofortmaßnahmen
Kind beruhigen
Eltern / Bezugspersonen Erster Satz: „Du bist nicht schuld. Wir schauen jetzt gemeinsam, was sicher ist.“
Akute Gefahr einschätzen
Alle Steht ein Treffen bevor, kennt die Person Adresse/Schule oder gibt es Drohungen? Dann sofort externe Hilfe holen.
Nicht öffentlich posten
Alle Keine Screenshots in Social Media oder Gruppen teilen. Schutz des Kindes und rechtliche Risiken beachten.
Relevante Beweise sichern
Eltern Profilname, Link, Datum, Uhrzeit, Plattform, Drohungen und Chatstellen sichern – nur so viel wie nötig.
Kontakt nicht weiter anheizen
Eltern Nicht provozieren, nicht beschimpfen, nicht selbst „ermitteln“. Sicherheit geht vor.
Plattform melden
Alle Profil, Chat oder Inhalt über die Meldefunktion der Plattform melden.
Blockieren nach Sicherung
Alle Wenn wichtige Informationen gesichert sind: blockieren und weitere Kontaktaufnahme verhindern.
Passwörter prüfen
Jugendliche / Eltern Bei Druck, Erpressung oder Accountzugriff: Passwort ändern und Zwei-Faktor-Schutz aktivieren.
Vertrauensperson einbeziehen
Eltern Eine zweite erwachsene Person, Schule, Beratung oder Polizei kann helfen, ruhig zu bleiben.
Nachsorge planen
Eltern Auch nach dem Blockieren braucht das Kind Sicherheit, Schlaf, Gespräch und ggf. professionelle Unterstützung.